Funktionale Parkhausplanung auf elf Halbebenen.
Das Parkhaus ist in Split-Level-Bauweise mit insgesamt elf Halbebenen konzipiert. Gegenläufige Rampen führen die Nutzer effizient auf die nächsthöhere oder -tiefere Ebene. Dieses Erschließungskonzept ermöglicht kurze Fahrwege, eine klare Verkehrsführung und reduzierte Rampenlängen.
Mehrere Treppenhäuser verbinden die Ebenen miteinander, eines davon ist mit einem Aufzug ausgestattet. Die Durchfahrt im Baukörper mit der Parkhauseinfahrt im Innenhof sorgt für eine architektonisch klarere Straßenansicht sowie eine überdachte Ein- und Ausfahrtsituation im Bereich der Schrankenanlage.
Architektur und Nutzung im urbanen Kontext.
An das Parkhaus schließen sich mehrgeschossige Büroflächen an, die durch eine massive Brandwand vom Parkbereich getrennt sind. Im Erdgeschoss ist zur Straßenseite eine Autovermietung vorgesehen. Ein Arkadengang verbindet diesen Bereich direkt mit der Ein- und Ausfahrt. Sichtbetonoptik und eine schwarze Glasfassade setzen dabei einen bewussten gestalterischen Akzent.
Prägend für das Erscheinungsbild ist die offene Ziegelfassade an der Südseite. Ziel war es, eine Unterkonstruktion zu entwickeln, die vollständig hinter der offenen Ziegelstruktur verschwindet. In Kombination mit der graphitgrau beschichteten Stahlkonstruktion entsteht ein markantes Fassadenbild, das den funktionalen Baukörper selbstverständlich in den umliegenden Straßenzug aus Wohn- und Geschäftshäusern einbindet.
Offene und geschlossene Fassadenelemente sowie Blend- und Schallschutzlösungen ergänzen das Gestaltungskonzept. Rankhilfen und runde Pflanzkörbe an der Nordfassade schaffen die Voraussetzungen für eine sukzessive Begrünung des Gebäudes.
Retentionsdach und technische Ausstattung.
Das als Retentions-Drosseldach ausgeführte Gründach dient der zeitlich verzögerten Ableitung von Niederschlagswasser und unterstützt die Regenwasserbewirtschaftung am Standort, sowie eine Entlastung des städtischen Abwassernetzes bei Starkregenereignissen.
Für den 24/7-Betrieb sind die unteren Ebenen deckenunterseitig mit Schallabsorbern ausgestattet. Sie tragen dazu bei, die Geräuschentwicklung im Parkhaus zu reduzieren. Im Erdgeschoss stehen zehn Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Weitere zehn Ladepunkte sind bereits vorgerüstet.
Ausgezeichnetes Parkhausprojekt.
Für seine planerische und gestalterische Qualität wurde das Projekt mit dem EPA Standard Gold Award ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Parkhauseröffnung am 04.02.2026 feierlich durch Michael Kesseler, Vizepräsident der EPA, überreicht.
Das Parkhaus in der Ursulinenstr. ergänzt die Quartiersentwicklung in der Saarbrücker Innenstadt um moderne Mobilitätsinfrastruktur mit architektonischem Anspruch.